Wesen, Erziehung und Ausbildung unserer Hovawarte

Mit meinen Hovawarten

habe ich 6 Jahre lang in der DRK-Rettungshundestaffel Finsterwalde.


mitgearbeitet. Aus familiären Gründen mußte ich diese sehr anspruchsvolle und schöne Tätigkeit leider auf ein Minimum reduzieren, was ich sehr bedauere. Ich habe in diesen Jahren sehr viel sowohl über die Ausbildung von Hunden, als auch einfach über den Umgang mit ihnen und das Verständnis ihrer Verhaltensweisen gelernt.

Unsere Hovawarte sind überall, wo es geht mit dabei, leben mit uns in Haus und Garten, sind Reitbegleithunde und selbstverständlich  wird auch ein Ostseeurlaub- wohin  übrigens auch unsere Pferde mitkommen-  durch sie erst richtig schön.


Wer einen jungen Hovawart erwirbt, holt sich ein in Fell gepacktes Bündel Energie, Temperament, Freude und Tatendrang ins Haus. Schon diese Eigenschaften lassen vermuten, welchen Spaß die Beschäftigung mit dem jungen Burschen macht.

Bisweilen liest man, der Hovawart sei kein Anfängerhund. Er sei schwierig und neige zur Dominanz. Richtig ist: er ist selbstbewußt und klug, und er ist ein sehr genauer Beobachter seiner Menschen. Als starke Hundepersönlichkeit braucht er eine starke Führung. Das bedeutet nicht etwa Härte und Drill, sondern - liebevoll verpackte Konsequenz. Hunde lieben Spiel und Spaß. 10 Minuten intensive Beschäftigung, das können sein Nasenarbeit wie Suchspiele, Toben, Gehorsamsamsübungen usw. sind für den Aufbau einer guten Bindung sinnvoll. Und natürlich gemeinsames Entdecken der Welt bei spannenden Spaziergängen - nicht monotones Trotten an der Leine, sondern Springen über Gräben, Balancieren über Baumstämme, Schwimmen im See , gemeinsam Joggen, später Radfahren usw usf.  In diese Spaziergänge können Sie allerhand kleine Übungen und Spiele einbauen. Ihr Hovawart wird Ihnen den Rest des Tages dankbar dafür sein. Sie sind für ihn der Größte und Tollste, und somit wird er Sie - einen Rudelführer, der sooo tolle Ideen hat - als solchen gerne  anerkennen.


Eine gute Welpen/Hundeschule, die ich schon wegen der wichtigen sozialen Kontakte für den jungen Hund unbedingt empfehle, hilft dabei. Und wer es schafft, für seinen Hund der "Mittelpunkt der Welt" zu sein, wer durch  Spannung, Spiel und Spass seinen Hovawart zur freudigen Mitarbeit zu bewegen versteht, der hat bald einen Partner an der Seite, der für seinen Menschenfreund alles gibt.


Der Weg dahin ist nicht immer leicht; so ein Hovawart kann ein recht "sturer" Hausgenosse sein. Dies liegt ganz einfach in seiner früheren, ursprünglichen  Verwendung und entsprechenden Zuchtauslese (auch Herdenschutzhunde haben hier ihre Gene hinterlassen) als Hof- und Schutzhund begründet. Während Retrieverrassen als Jagdhunde und Hütehundrassen eben als Hütehunde "Befehlsempfänger" waren, musste der - allein auf der "Hova" zurückgelassene - Hofhund selbst entscheiden, was als nächstes zu tun ist.

Seine Lernintelligenz ist deswegen nicht minder ausgeprägt, den "will to please" - muss man sich jedoch beim Hovawart erarbeiten. Hat man es aber geschafft, hat man den besten Partner, den man sich wünschen kann.


Allerdings gibt es erhebliche individuelle Unterschiede; unsere beiden zum Beispiel, Ronja und Bibi, Mutter und Tochter, könnten unterschiedlicher nicht sein.

Allen Hovawarten eigen ist aber die unbedingte Treue zu seinem Menschen. Er liebt es zu kuscheln und sucht Körperkontakt. Besuchern gegenüber zeigt er eine distanziert-höfliche Freundlichkeit. Der Besucher muss schon mit Hunden umzugehen wissen, wenn er den Hovawart zum Spiel animieren möchte. Einmal akzeptiert, wird er aber ein Freund fürs Leben und der Hovawart wird ihn bei jedem Besuch sehr freudig begrüßen.

Hovawarte sind keine Kläffer. Vielleicht wird der temperamentvolle Junghund noch nicht unterscheiden können, was "meldepflichtig" ist und was nicht, und auch Vorübergehende verbellen. Aber der Hovi wird abgeklärter. Allerdings gilt dies meist nicht, wenn eine Katze in Sicht kommt ;)


Der Hovawart hat kaum Jagdpassion. So steht es in der Literatur. In der Praxis sieht es etwas anders aus: ein Hund wie der Hovawart, sportlich, mit einem wachen Geist, einer Hochleistungsnase und einer gehörigen Portion  Spieltrieb ausgestattet, kann und wird natürlich, sollte 3 Meter vor ihm ein Hase aufspringen, seiner Lauffreude Ausdruck verleihen und - solange er Sichtkontakt hat- hinterherhetzen.Die Ohren sind dabei natürlich auf Durchzug geschaltet. Die gute Nachricht:  er wird aber recht bald seinem Menschen zurückkommen- stundenlanges "Spurensuchen" ist  nicht sein Ding .Nun könnten wir natürlich sagen: " Lass ihm doch seinen Spaß. Er will eben einfach mal Hund sein!" Aber leider ist dies in unserer von vielen Autostraßen durchzogenen Landschaft sehr gefährlich, und auch der Jagdpächter sieht hetzende Hunde nicht gern. Laut (unserem brandenburgischen) Waldgesetz gilt außerorts Leinenpflicht. Und so halten wir es  bei der Anti-Jagdverhalten-Erziehung: Wehret den Anfängen! In wildreichen Gegenden kommt die Schleppleine zum Einsatz. Werden Rehe gesichtet, heißt es brav "Sitz" und der kleine Jäger kann die Tiere von weitem beobachten. Dann folgt vielleicht noch ein kurzes Jagd-Ersatz-Spiel,(Futterdummys eignen sich hierfür hervorragend!) und wieder einmal hat der Hovi gelernt: Bei Frauchen/Herrchen ist es doch viel interessanter!



Am Ostseestrand - Urlaub mit allen Tieren!




Hier einige Fotos vom Rettungshundetraining: 






Training Mantrailing mit Ronja



Auf dem Trail - Ronja bei der Arbeit.


 

Die gesuchte Person ist in der Schule versteckt.

Ronja hat es natürlich herausgefunden!


Was wir sonst noch so üben:



Über die Leiter- man sieht Ronja die Konzentration an.





Hier werden wir mit der Feuerwehr-Hubleiter an ein Fenster im 3. Stock eines Schulgebäudes gefahren und müssen über das Fenster ins Gebäude einsteigen.  Ist uns beiden nicht ganz geheuer, weil eine wacklige Angelegenheit!


Ronja klettert über die Leiter ins Gebäude. Drinnen sind "verletzte Personen" versteckt, die Ronja sucht und durch Verbellen das Auffinden anzeigt.


Streichelhunde



Hovawarte sind ja sehr temperamentvolle Hunde, möchte man meinen. Aber so gern sie ausgelassen toben und spielen, so geduldig und vorsichtig sind sie mit Kindern und alten Menschen, wenn man sie an solch eine Arbeit heranführt. Dies ist auch für die Hunde eine wichtige Erfahrung. Wir gehen deshalb ab und zu in Schulen und Alten- und Pflegeheime.

Auch mit den Welpen besuchen wir das Seniorenheim.

Die Freude ist auf beiden Seiten groß!



Astinos 8 Wochen alt, als Besuchshund bei den Senioren.


Ronjas  Sohn Airun, 9 Wochen alt, im Pflegeheim.

Die  Seniorin hat sich sehr über den Welpen gefreut, und hätte

ihn am liebsten behalten!